Mieten driften auseinander: München über 20 €, Leipzig unter 10 € pro Quadratmeter
Veröffentlicht am 04.10.2026
Der deutsche Mietmarkt driftet weiter auseinander. Nach dem ImmoScout24 Wohnbarometer (Q3 2026), über das Biallo am 1. Oktober 2026 berichtet hat, zahlen Mieter für Bestandswohnungen im bundesweiten Durchschnitt 9,01 Euro Kaltmiete pro Quadratmeter. Bei Neubauwohnungen sind es 13,42 Euro pro Quadratmeter.
Die regionalen Unterschiede sind groß: In München liegt die Kaltmiete für Bestandswohnungen bei über 20 Euro pro Quadratmeter, in Leipzig bei unter 10 Euro. Bei einer Wohnung mit 70 Quadratmetern ergibt sich daraus ein Unterschied von rund 800 Euro im Monat. Die Nachfrage nach Mietwohnungen in Großstädten und Ballungsräumen ist laut der Auswertung deutlich gestiegen, während das Interesse an Immobilien im Umland und im ländlichen Raum nachgelassen hat.
Als Hintergrund nennt der Bericht die schwache Bautätigkeit: 2025 wurden nur rund 206.000 Wohnungen fertiggestellt, knapp ein Fünftel weniger als im Vorjahr. Wo zusätzlicher Wohnraum fehlt, bleibt der Druck auf die Mieten bestehen.
Was heißt das in der Praxis? Für Vermieter zeigt sich, dass bundesweite Durchschnittswerte wenig über die eigene Immobilie aussagen. Entscheidend sind Lage, Baujahr und Ausstattung sowie der örtliche Mietspiegel und die geltenden Regeln zur Miethöhe. Mieter sollten bei Umzugsplänen die regionalen Unterschiede in ihre Planung einbeziehen. Eine fundierte Einschätzung der Miete vor Ort ist wichtiger als der Blick auf Bundesdurchschnitte.
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